Dr. med. dent. Rita Stoltenburg, MSc. MSc. MPI
Master of Science in Orale Implantologie und Parodontologie
Master of Science in Oral Implantology
Master in Practical Implantology

"Bissnahme"     

   
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Die optimale Funktionalität eines Implantats kann nur hergestellt werden, wenn die Relation zwischen Ober- und Unterkiefer stimmt, d.h., wenn diese genau wie vorgesehen positioniert sind. Die Stellung von Ober- und Unterkiefer ist das, was in der Bissnahme ermittelt wird.

Die Stellung von Unter- und Oberkiefer kann sich im Laufe unseres Lebens verändern. Abnutzung der Zähne oder Zahnverlust führen dazu, dass die beiden Kiefer nicht mehr richtig aufeinander passen. Hier übernehmen die Nerven im Kiefer eine wichtige Funktion. Sie senden in diesem Fall Signale an das Gehirn, welches die Kieferstellung dann so korrigiert, dass sich auf Abnutzung und Zahnverlust eingestellt werden kann. Da dieser Prozess in der Regel sehr langsam vonstattengeht, merken Sie selbst hiervon oft nichts. Manche Patienten merken jedoch am Morgen nach dem Aufwachen, dass die Zähne nicht richtig aufeinanderpassen. Der Grund: Da die meisten Menschen mit offenem Mund schlafen, werden die Kiefer nach dem Aufwachen wieder in die "Standardposition" geschoben. Erst nach ein paar Kaubewegungen erinnert sich das Hirn an die Korrektur und führt diese erneut aus.

Die Korrektur der Kieferstellungen zueinander durch das Hirn klingt zunächst harmlos und natürlich, kann aber vor allem bei starken Fehlstellungen langfristig zu schwerwiegenden Folgen führen. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und sogar Tinnitus sind nur einige der unspezifischen Symptome, die im Zusammenhang mit einer erworbenen Kieferfehlstellung oder schlecht sitzendem Zahnersatz stehen können.

Bei der Bissnahme übermitteln wir die Relation von Unter- zu Oberkiefer dem Techniker. Es gibt verschiedene Techniken der Bissnahme.

Beispielsweise können wir einen Patienten bitten, zunächst für etwa 10 Minuten auf eine kleine Watterolle zu beißen. Die Kiefer werden so in eine gute Position zueinander gebracht und die gewählte Zeit reicht in der Regel aus, um das Gehirn zu deprogrammieren, es also seine Korrekturposition vergessen zu lassen. Danach kann der Behandler mit einem speziellen Griff den Unterkiefer in eine passende Position bringen.

Während der Bissnahme kommt vor allem bei zahnlosen und wenig bezahnten Patienten ein Silikonquetscher zum Einsatz. Durch die Kraft der Kiefer beim zusammenbeißen entsteht ein Abdruck, den der Zahntechniker zur Anfertigung eines Gipsmodells. So entsteht eine Schablone, die zur erneuten Bissnahme angewendet werden kann. Die Kieferrelationen können mit dieser Schablone noch genauer genommen werden, so dass wir uns Stück für Stück einem optimalen Ergebnis nähern.

Übrigens: Die Bissnahme wird in der Regel nur bei Patienten mit starkem Zahnverlust angewendet, bei der einzelne Zähne oder eine Reihe von Zähnen keine Bezugspunkte mehr haben.Bei Patienten mit nur geringem Zahnverlust und einem beschwerdefreien Biss, macht eine Korrektur in die Sollposition nur wenig Sinn und wird daher vermieden. In diesen Fällen wir der Zahnersatz einfach auf die erworbene Kieferposition angepasst.